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Unser Wunderwerk das Lymphsystem - Ein Schlüssel zur Gesundheit

Hedda Schablowsky • 25. März 2025

Unser Wunderwerk das Lymphsystem 


Kaum sichtbar, aber lebenswichtig – unser Lymphsystem arbeitet still im Hintergrund. Es unterstützt uns dabei, gesund zu bleiben, Krankheiten abzuwehren und den Körper im Gleichgewicht zu halten. Doch was passiert, wenn dieses System aus dem Takt gerät?


Das Lymphsystem ist ein oft unterschätzter Bestandteil unseres Körpers. Es besteht aus einem Netzwerk von Gefäßen, Knoten und Organen, das für den Transport der Lymphflüssigkeit verantwortlich ist. Dabei erfüllt es zentrale Aufgaben: Es unterstützt die Immunabwehr, reguliert den Flüssigkeitshaushalt, hilft bei der Fettaufnahme und wirkt als körpereigene Entgiftungsanlage.


Immunabwehr – das Schutzsystem gegen Viren und Bakterien


Das Lymphsystem transportiert Lymphozyten – spezialisierte weiße Blutkörperchen, die Krankheitserreger wie Bakterien und Viren erkennen und bekämpfen. Lymphknoten fungieren dabei als Filterstationen, in denen schädliche Mikroorganismen identifiziert und unschädlich gemacht werden (Guyton & Hall, 2017).



Flüssigkeitshaushalt – im Gleichgewicht bleiben


Täglich tritt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe aus – das Lymphsystem sorgt dafür, dass sie wieder zurückgeführt wird. Bleibt dieser Ausgleich aus, entstehen Flüssigkeitsansammlungen – sogenannte Ödeme (Standring, 2016).



Fettaufnahme – Hilfe bei der Verdauung


Neben seiner immunologischen Funktion spielt das Lymphsystem auch im Verdauungstrakt eine wichtige Rolle: Es nimmt Fette und fettlösliche Vitamine aus der Nahrung auf und transportiert sie weiter in den Blutkreislauf. Das ist entscheidend für eine gesunde Nährstoffversorgung (Moore et al., 2018).



Entgiftung – Reinigung auf zellulärer Ebene


Wie eine biologische Müllabfuhr filtert das Lymphsystem Giftstoffe und Stoffwechselabfälle aus dem Gewebe. Die Lymphknoten fangen diese Substanzen auf und zerstören sie, bevor sie Schaden anrichten können (Guyton & Hall, 2017).



Wenn das System aus dem Takt gerät – Störfaktoren des Lymphflusses


Ein gestörtes Lymphsystem kann vielfältige Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten:


  • Bewegungsmangel: Die Lymphe wird nicht wie das Blut vom Herzen gepumpt, sondern durch Muskelbewegung vorangetrieben. Ein bewegungsarmer Lebensstil kann daher zu einer Stagnation führen (Foldi et al., 2012).


  • Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung mit vielen verarbeiteten Lebensmitteln und wenig Ballaststoffen kann das Lymphsystem belasten und seine Funktion einschränken (Rockson, 2010).


  • Stress: Chronischer Stress schwächt das Immunsystem – und damit auch das Lymphsystem, das eng mit der Immunabwehr verbunden ist (McEwen, 2006).


  • Operationen oder Verletzungen: Eingriffe oder Traumata können Lymphbahnen beschädigen und Lymphödeme zur Folge haben (Keeley, 2008).



Therapie & Unterstützung – was wir in der Praxis tun können


In der Physiotherapie und Osteopathie nimmt das Lymphsystem eine zentrale Rolle ein. Ziel ist es, seine Funktion zu unterstützen und bei Störungen gezielt einzugreifen:


  • Manuelle Lymphdrainage: Diese spezielle Massagetechnik fördert den Lymphfluss und hilft, Schwellungen abzubauen. Sie kommt insbesondere bei Lymphödemen zum Einsatz (Foldi et al., 2012).
  • Faszientechniken: Verklebtes Bindegewebe kann den Lymphfluss behindern. Durch gezielte Techniken wird das Gewebe gelöst und die Drainage verbessert (Schleip et al., 2012).
  • Bewegungstherapie: Aktive Übungen aktivieren die Muskelpumpe, die den Lymphtransport unterstützt, und beugen so Stauungen vor (Kasseroller, 2000).



Fazit – warum das Lymphsystem mehr Aufmerksamkeit verdient


Unser Lymphsystem ist ein stiller Helfer, der unermüdlich für unsere Gesundheit arbeitet. Es unterstützt die Immunabwehr, schützt vor Schwellungen, hilft bei der Verdauung und entgiftet den Körper. Umso wichtiger ist es, dieses System zu pflegen: Durch Bewegung, gesunde Ernährung und gezielte therapeutische Maßnahmen kann seine Funktion erhalten oder verbessert werden.




Quellen



Foldi, M., Foldi, E., & Kubik, S. (2012). Textbook of Lymphology: For Physicians and Lymphedema Therapists. Elsevier.


Guyton, A. C., & Hall, J. E. (2017). Textbook of Medical Physiology (13. Aufl.). Elsevier.


Kasseroller, R. G. (2000). The Vodder School: The Vodder method of manual lymph drainage. Cancer, 83(S12B), 2840-2842.


Keeley, V. (2008). Lymphoedema following surgery and radiotherapy for breast cancer. Cancer Nursing Practice, 7(8), 28-32.


McEwen, B. S. (2006). Protective and damaging effects of stress mediators: central role of the brain. Dialogues in Clinical Neuroscience, 8(4), 367-381.


Moore, K. L., Dalley, A. F., & Agur, A. M. R. (2018). Clinically Oriented Anatomy (8. Aufl.). Wolters Kluwer.


Rockson, S. G. (2010). Lymphedema. American Journal of Medicine, 123(6), 532-537.


Schleip, R., Findley, T. W., Chaitow, L., & Huijing, P. A. (2012). Fascia: The Tensional Network of the Human Body. Elsevier.


Standring, S. (2016). Gray's Anatomy: The Anatomical Basis of Clinical Practice (41. Aufl.). Elsevier.

von Hedda Schablowsky 25. Februar 2025
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